Franchise-Nehmer und Franchise-Systeme

Welche Anforderungen werden an Franchise-Nehmer gestellt ?

Streifen blau

Frau, brünett Nicht nur Franchise-Nehmer stellen Anforderungen an Franchise-Systeme, sondern auch umgekehrt. Beide Seiten sind grundsätzlich an der Gewinnung starker Partner und Mitverbündeter interessiert. Ein Franchise-Nehmer wünscht sich ein Franchise-System, welches Marktmacht repräsentiert. Einher gehen bessere Umsätze, bessere Ausgangssituationen und ein einfacher, gesicherter Einstieg. Ebenso wollen Franchise-Systeme geeignete Franchise-Nehmer, denn das System soll expandieren und wachsen. Jeder Teilnehmer investiert in diese Geschäftsbeziehung sehr viel Zeit und Geld, um die Vorteile für sich (und gegenseitig) nutzbar zu machen. Deshalb sollten sich beide Parteien stets bewusst machen wie wichtig individueller Austausch und Seriosität in dieser Branche ist. Der Insolvenzantrag eines Franchise-Systems oder die Abwanderung bzw. schlechte Arbeitsleistung eines Franchise-Nehmers führen zur Enttäuschung der Erwartungen des Gegenübers. So sehr wie ein Franchise-Nehmer also auf die richtige Wahl des Systems achten muss, so sehr müssen sich zukünftige Kandidaten einer Eignung unterziehen. Wird diese Eignungsfeststellung vom Franchise-System nicht vorgenommen, sollte Sie das als Franchise-Kandidat bedenklich stimmen.

In einem Businessplan müssen Existenzgründer immer eine Selbsteinschätzung vornehmen. Ziel ist es, dass sich die Jury eine klare Vorstellung über den Kandidaten machen kann. Die eigne Beurteilung dient dem Unternehmer zusätzlich zur Verifizierung der eigenen unternehmerischen Fähigkeiten. Selbstreflexion ermöglicht das Erkennen der Stärken und Schwächen und die Konzentration auf die Kernkompetenzen. Bevor Sie sich also um die Gunst eines Franchise-Systems bewerben, checken Sie Ihr Profil. Ehrlichkeit ist in diesem Zusammenhang eine Tugend! Folgende Fragen und Kriterien sind dabei von Relevanz:

Fachliche Qualifikation

  technisch:

  1. Verfügen Sie über die notwendigen Berufserfahrung und Ausbildung?
  2. Welche praktischen Erfahrungen haben Sie gesammelt?
  3. Wie sind Ihre Branchenkenntnisse?
  4. Kennen Sie Standards und Trends der Branche?

  betriebswirtschaftlich:

  1. Über welches betriebswirtschaftliche Wissen verfügen Sie?
  2. Können Sie gut mit Zahlen umgehen?
  3. Haben Sie Kenntnisse im Marketing und im Rechnungswesen?
  4. Was tun Sie um betriebswirtschaftliche Defizite zu schließen?

Persönlichkeit/ Ausstattung als Franchise-Nehmer

  1. Kann ich das geforderte Eigenkapital (Investition, Eintrittsgebühr) aufbringen?
    Wenn nein, welche Möglichkeiten bestehen noch?
  2. Wie stark ist Ihr Drang zur Selbstständigkeit?
  3. Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  4. Verfügen Sie über die notwendigen soft skills?
  5. Sind Sie der Verantwortung und der Aufgabe überhaupt gewachsen?
  6. Können Sie auf andere Menschen (Geschäftspartner, Kunden, Angestellte) selbstbewusst zugehen und deren Bedürfnisse erkennen?
  7. Zeichnen Sie sich durch Engagement, Initiative, Willenskraft, Ausdauer und Stärke aus?
  8. Besitzen Sie kreative Komponenten in Ihrer Persönlichkeitsstruktur?
  9. Bewältigen Sie einen 12 Stunden Tag?
  10. Sind Sie belastbar? Wie schwer fallen Ihnen Entscheidungen?
  11. Beinhaltet Ihr Portfolio analytisch-strukturelle Denkweisen?
  12. Wie hoch ist Ihr allgemeiner Wissensstand?
  13. Ist bei Ihnen die Eigenschaft der Teamfähigkeit ausgeprägt?
  14. Haben Sie für sich konkret die Frage geklärt, weshalb Sie eine Franchisegründung bevorzugen und nicht eine klassische Existenzgründung?
  15. Was wissen Sie alles über Franchising?

Sinnvoll ist hier die schriftliche Ausarbeitung und Beantwortung der Fragen. Täuschen Sie sich nicht selbst, denn spätestens in den ersten Gesprächen mit dem Franchise-Geber entdeckt dieser mehr oder minder Ungereimtheiten. Benennen Sie ganz klar Ihren Wert und wie Sie gedenken Schwächen zu beseitigen. Zeigen Sie die Ausarbeitung dem Franchise-Geber. Dieser weiß, dass es nahezu keinen perfekten Bewerber gibt. Eine Eigeneinschätzung mit dem Aufzeigen von Stärken und Schwächen inklusive einem Plan zur Verbesserung der Kompetenzen und Eigenschaften sind für einen Franchise-Geber allemal mehr wert als eine beschönigende Selbstdarstellung. So können beide Seiten geeignete Strategien und Maßnahmen ergreifen, um Ihre Qualifikationsstufe zu erhöhen.


Das Vorgespräch

Sportler, Anforderung Einige Franchise-Systeme ziehen das erste persönliche Gespräch einer schriftlichen Bewerbung vor. Die Beweggründe mögen unterschiedlicher Natur sein, geben aber dem Bewerber die Chance eher durch Persönlichkeit zu überzeugen als durch ein vorgefertigtes Schriftstück. Unvorbereitet in der Systemzentrale zu erscheinen, ist für Ihr Vorhaben tödlich. Dazu zählt auch, dass Sie sich einmal Gedanken darüber gemacht haben wie Sie den Franchise-Geber beeindrucken möchten. Nichts ist uninteressanter für einen Franchise-Geber, wenn ihn der Kandidat langweilt und durch sinnfreies Unwissen die Zeit stiehlt. Franchise-Geber haben klare Profilvorstellungen. Versuchen Sie diese zu erahnen, zu recherchieren und auszufüllen. Halten Sie sich an die Regeln der Gesprächsführung. Erzeugen Sie Sympathie! Wandeln Sie nicht auf dünnem Eis! Sehr hilfreich ist auch hier oben genannte Punkte abgearbeitet zu haben.

Fazit: Arbeiten Sie akribisch an Ihrem fachlichen und persönlichen Profil bevor Sie in das erste Gespräch gehen bzw. Unterlagen an die Systemzentrale senden. Sie vermitteln mit jedem Kontakt einen Teil Ihrer Kompetenzen. Einmal vom Franchise-System abgelehnt, verbleiben Ihnen nur weniger präferierte Systemanbieter. Bereiten Sie sich auf Ihre Bewerbung/ Vorstellung und Aufgaben als Franchise-Nehmer vor!





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