Franchising: Kommunikationsinstrumente

Gremien eines Franchise-Systems

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Konferenztisch Im Gegensatz zu gewöhnlichen Arbeitsverhältnissen basieren die Beziehungen zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer nicht allein auf hierarchisch angelegten Strukturen, sondern relativieren diese auf eine eher partnerschaftliche Komponente. Zwar obliegt die Weisungsbefugnis (und somit faktisch die Entscheidungskompetenz) dem Franchise-System, aber die Vielzahl der Franchise-Nehmer bilden ein machtpolitisches Gegengewicht. Diese Konstellation bedingt ein Kooperationsverhältnis, welches eher durch einen vermittelnden Charakter gekennzeichnet ist als auf zwangsdiktierter Order basiert. Deshalb haben sich im Laufe der Franchise-Geschichte Gremien und Kommunikationsinstrumente etabliert, um den Austausch von Informationen effektiver zu gestalten. Zu den wichtigsten Gremien zählen die Erfa-Tagungen, Beiräte, Ausschüsse, Jahrestagungen, Partnerschaftstreffen. Diese finden oftmals nicht nur innerhalb des Franchise-Systems statt, sondern dienen auch zum Austausch mit Erfahrungen anderer Systeme.

Erfa-Tagungen

Erfa-Tagungen sind das wohl wichtigste Mittel zum Erfahrungsaustausch zwischen den Franchise-Nehmern. Sie basieren auf den freiwilligen Austausch der Systemteilnehmer untereinander und dienen der Mitbestimmung in Form eines Forums. Bindende Regelungen zum Franchise-System können zwar nicht beschlossen werden, dennoch geben Erfa-Tagungen Impulse für notwendige Veränderungen im System. Erfa-Tagungen sind ein bedeutender Teil zur Umsetzung des Franchise-Gedankens und des notwendigen Kooperationswillens aller Teilnehmer zur gleichwertigen Förderung und Wichtung beiderseitigen Interessen. Sie stärken zudem die Verbundenheit untereinander und intensivieren das Zusammengehörigkeitsgefühl als Teil der gefühlten Franchise-Kultur

Erfa-Tagungen bilden additiv das Verhältnis zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer ab. Die Einberufung und Teilnahme durch den Systemeigner ist keine Pflicht. Bringt der Franchise-Geber nicht die notwendige Wertschätzung zur Ausrichtung einer Erfa-Tagung auf, lässt dies auf ein bereits beschädigtes Verhältnis zu den Franchise-Nehmern schließen. Eine Nichtbeachtung von Interessen der Franchise-Nehmer führt zwangsläufig zum offenen Schlagabtausch beider Seiten. Deshalb sind Erfa-Tagungen das machtpolitische Instrumentarium, um kommunikativen Fehlentwicklungen seitens des Franchise-Gebers entgegenzuwirken und die eigenen Positionen zu behaupten.

Der Beirat

Der Beirat hat ebenfalls weder eine Entscheidungsbefugnis noch eine Kontrollfunktion. Er setzt sich aus wichtigen Vertretern der Systemzentrale und aus Vertretern der Franchise-Nehmer zusammen. Im Mittelpunkt steht hier eher der Austausch zwischen System und Systemteilnehmern und weniger zwischen den Teilnehmern untereinander. Der Beirat wird in der Regel zur Besprechung und Klärung konkreter Sachverhalte einberufen, z.B. für Schlichtungsaufgaben. Er hat eine vorgeschaltete Funktion zum Ausschuss und dient als erste Instanz. Die Zusammensetzung und Gestaltung des Beirats ist frei und wird meist vom Franchise-System und den Franchise-Nehmern festgelegt. Die Empfehlungen sind rechtlich nicht bindend, dienen jedoch in Ausschüssen und bei Streitigkeiten als Basis zur weiteren Beurteilung und dokumentieren die jeweiligen Verhaltensmuster und Argumente. Der Beirat übernimmt somit eine anweisende Vermittlungs- und Beratungsfunktion. Scheitert ein Vermittlungsversuch bzw. konnte keine Einigung zur Sachlage erzielt werden, folgt in der Regel die nächst höhere politische und juristische Instanz - der Ausschuss.

Der Ausschuss

Ausschüsse sind grundsätzlich mit mehr Macht und Entscheidungsbefugnissen ausgestattet. Die Zusammensetzung erfolgt nach der zu klärenden Problematik und ist mit fachkundigen Vertretern (intern und extern) besetzt. Ziel ist die Lösungsfindung zur Sachlage und die damit verbundene Umsetzung. Sehr oft tagen Ausschüsse zu richtungsweisenden Entscheidungen wie z.B. die Festsetzung von Budgets und Strategien bis hin zu systemübergreifenden Umwälzungsprozessen. Dabei schöpft man aus dem Wissen aller relevanten Teilbereiche. Ausschüsse sind demnach das entscheidende Instrumentarium zur Steuerung systembezogener Aktivitäten.

Jahrestagungen und Partnerschaftstreffen

Jahrestagungen sind ein wiederkehrender, systeminterner oder branchenspezifischer Event und stellen den jährlichen Höhepunkt aller Zusammenkünfte dar. Der festliche Charakter und ein Tagesprogramm verleihen dem Treffen eine besondere Note. Sinn und Zweck ist der generelle Austausch von Informationen, der Präsentation von Neuerungen, der Vorstellung zukünftiger Trends, dem Verkünden der weiteren Unternehmensstrategie oder Branchenentwicklung, der Wertschätzung erreichter Erfolge und der Auftritt von Gastrednern und Größen des Franchise-Systems bzw. der Branche. Sie sind Teil der Franchise-Kultur und steigern die Identifikation mit einzelnen Bereichen des Franchise-Geschäftes.

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